Sechsjähriger springt Konkurrenten davon - Rothenburger Christoph Müller stiehlt den Älteren die Show
(Beitrag vom 17.02.03 / M.Pietsch/ Mitteldeutsche Zeitung)

Christoph Müller hat allen Grund, stolz seine Bretter zu zeigen. Der sechsjährige sprang zum Teil weiter als die Älteren. (Foto: A.Löffler)Happy End nach dem drittem Anlauf. Bei optimalen Bedingungen mit viel Schnee und Sonnenschein gingen am Wochenende im Harz die zuvor bereits zwei Mal verschobenen 4. Landesjugendspiele in den Wintersportarten erfolgreich über die Bühne. Auf den gut präparierten Anlagen in Schierke, Beneckenstein und Buntenbock kämpften rund 200 junge Athleten im alpinen Mehrkampf, Langlauf, Skispringen und Rennrodeln um die begehrten Medaillen, die den Gewinnern beim stimmungsvollen Abschluss in der Schierker Baude feierlich überreicht wurden.

Bei der von der Sportjugend mit viele Liebe gestalteten Veranstaltung mit Ballonkünstlern, Feuerspuckern und Akrobatinnen wurden fünf Talente von Rüdiger Ganske, Vizepräsident des Landessportbundes, noch besonders geehrt. Die Auszeichnung als "beste Nachwuchs-Athleten der Saison" erhielten die Skispringer Christopher Grother (Wernigerode) und Philipp Peters (Rothenburg), die Langläufer Johanna Wichmann (Hüttenrode) und Hagen Albrecht (Wernigerode) sowie die Rennrodlerin Mariann Kestel (Schierke).

Draußen im Schnee stahl allerdings einer der Jüngsten allen anderen die Show. Der erst sechsjährige Rothenburger Skispringer Christoph Müller "flog" bei den zugleich als Landesmeisterschaft gewerteten Wettkämpfen mit zwei Mal zwölf Metern in seiner Altersklasse zum Sieg. Mit diesen Weiten wäre er sogar bei den Zehnjährigen auf Rang eins gelandet.

Zu seinem Idol befragt, gab der junge Schanzen-Adler - abweichend etwa von den ebenfalls Schanzen springenden "Hanni"-Fans Jessica Blümke (Rothenburg) und Franziska Nebel (Wippra) - zur Antwort: "Mein Vorbild ist Jens Weißflog." Was wohl nicht zuletzt auf den Rothenburger Mentor der jungen Schanzenpiloten, Peter Ott (67), zurückzuführen sein dürfte.

Mit sieben Mal Gold erwiesen sich die "Flachland-Springer" aus dem Saalkreis als erfolgreichste Vertretung überhaupt. Die 16-jährigen Christian Wunsch und Patrick Valentin vom SFV Rothenburg erzielten in Benneckenstein zudem mit jeweils 33,5 Metern einen neuen Schanzenrekord. Fünf Vereine teilten sich die ersten Plätze auf dem Bakken, während die Langlauf-Siege an Starter aus neun Klubs gingen. Fünf Mal kletterten dabei die kleinen Loipenfüchse aus Herrmannsacker auf den obersten Podestplatz, je vier Goldmedaillen gingen an Talente des NSV Wernigerode und des Hasseröder SV.

"Ich hoffe, dass auch unsere Landesjugendspiele weitere talentierte Wintersportler motivieren, so einen Weg zu gehen", meinte LSB-Vize Ganske in seinem Resümee des sportlichen Großereignisses im Harz. "Schließlich bringen Erfolge zugleich weitere Impulse für den Wintersport in unserer Region. Das meine ich sowohl mit Blick auf die Förderung hoffnungsvoller Talente als auch auf dringend nötige Verbesserungen an den vorhandenen Sportanlagen."