Leistungshoch auf Rothenburger Schanzen
(Beitrag vom 13.06.04 / M.Pietsch/ Mitteldeutsche Zeitung)

Akrobatisch: Der gerademal acht Jahre alte Rothenburger Lukas Gänsler springt unerschrocken vom Bakken herunter. (MZ-Foto: Andreas Löffler)Selbst der kräftige Gewitterguss konnte die "Adler" im Rothenburger Nussgrund nicht vom Kurs abbringen. Vor 300 Zuschauern bewiesen am Sonnabend beim 2. Internationalen Mattensprunglauf die 73 Athleten aus vier Ländern, dass sie mit nahezu allen Gegebenheiten klarkommen. "Das Abschneiden unserer eigenen Springer ist unerwartet gut. Sie haben mehr gezeigt, als erwartet", freute sich Ronald Blümke, der Vorsitzende des Rothenburger Ski- und Freizeitvereins (SFV), über drei Siege für seinen Klub.

So konnten Philipp Peters (AK 14 / 15, 36,5 + 35 m), Patrick Valentin (AK 16 / 17, 37 + 36,5) und Jens Jungk (Herren; 36,5 + 36) auf dem obersten Treppchen die Glückwünsche von Reinhard Heß entgegennehmen. Der deutsche Skisprung-Erfolgstrainer, der am Sonntag den 59. Geburtstag feierte, sorgte mit seiner Anwesenheit ohnehin für eine Riesenbegeisterung bei Athleten und Fans an der Peter-Ott-Schanze.

Bis kurz vor dem ersten Sprung hatten die Organisatoren vom SFV mit Besen die Sprungmatten von den darauf gewehten Blättern und Blüten gereinigt. "Der Aufwand aller unserer Helfer hat sich gelohnt", fühlte sich Blümke bestätigt. Besonders die Junioren des Gastgebers setzten Maßstäbe: So sorgten neben Patrick Valentin Marc Abresche (34 + 36) und Christian Wendt (30,5 + 33,5) für einen Rothenburger Dreifacherfolg. Dass der Sieger sogar einen halben Meter weiter sprang als sein bei den Herren erstplatzierter Klubkamerad Jens Jungk, gibt der Leistung Valentins noch zusätzlich Bedeutung. Pech hatte Junioren-Landesmeister Christian Wunsch. Der SFV-"Adler" konnte nach einer Knieverletzung beim Abschlusstraining nicht abheben.

Einen starken Eindruck hinterließen bei den Fachleuten die Gäste aus Tschechien, Polen und vor allem Slowenien. Wie etwa der neunjährige Knirps Urh Krajncan (SSK Velenje), der von der Schüler-Schanze mit perfektem V-Stil zwei Sätze über 17,5 Meter sauber landete. "Der kann mal ein Guter werden. Da stimmt schon eine ganze Menge", zollte auch Reinhard Heß Lob. Und der muss es ja wissen.