JungAdler hebt wieder ab - Rothenburger Andreas Wank startet beim B-Weltcup
(Beitrag vom 12.01.05 / M.Pietsch/ Mitteldeutsche Zeitung)

Sichere Landung: Debütant Andreas Wank bringt beim Oberstdorfer K.o.-Springen der Vierschanzentournee seinen Versuch bei 99 Metern zu Boden. Sein weißrussischer Gegner kam drei Meter weiter."Freizeit - das ist momentan ein Fremdwort für mich." Andreas Wank wechselt lachend kurz das Handy ans andere Ohr. Seine Antwort auf die entsprechende Frage ist glaubhaft. Wenn der aus dem Saalkreisort Domnitz stammende 16 Jahre junge Mann, der bei der Vierschanzentournee als jüngster deutscher Springer mit der Qualifikation für Oberstdorf Schlagzeilen gemacht hatte, nicht gerade im Oberhofer Sportgymnasium die Schulbank drückt, hält ihn das Training für die nächsten Saison-Höhepunkte in Trab. Und das meist zwei Mal am Tag. Ziel ist der als B-Weltcup eingeordnete Continental-Cup in Bischofshofen (22./23. Januar). Dort will sich der "Jung-Adler", der beim Oberstdorfer Tourneespringen in der K. o.-Runde dem Weißrussen Maksim Anisimow den Vortritt lassen musste, weiter steigern.

Ob für Wank dann weitere Cup-Flüge - z. B. in Lauscha, Braunlage oder sogar Westby (USA), Vikersund (Norwegen) und Zakopane (Polen) - folgen, hängt von seiner Form ab. "Klar war mein erster Start bei der Vierschanzentournee eine tolles Erlebnis. Aber ehrlich gesagt war mehr für mich drin. Also muss ich besser trainieren", sagt Wank. Der schnallte beim SFV Rothenburg mit sechs Jahren erstmals die Bretter unter, die für ihn die Welt bedeuten, ehe er als Elfjähriger zum WSV Oberhof ging. Vom Abheben ist Wank weit entfernt. Dafür sorgen schon seine Trainer Rainer Schmidt in Oberhof, Rolf Schilli beim deutschen C-Kader, zu dem Wank zählt, sowie sein fast väterlicher Ratgeber Reinhard Heß. "Der Absprung, der richtige Zeitpunkt beim Öffnen, der richtige Winkel für die Ski - da gibt es noch genug Reserven", weiß das Skisprungtalent aus dem Flachland, das beim Cup-Springen im Dezember in Rovianiemi (Finnland) immerhin schon auf Rang drei gelandet war.

Das soll's für den ehrgeizigen jungen Mann aber noch nicht gewesen sein: "Mit dem Schwung von Oberstdorf möchte ich im B-Weltcup unter die ersten Zehn und bei der Junioren-WM Ende März in Rovaniemi unter die besten Sechs." Dann hätte Wank für den Oster-Urlaub ("Griechenland oder so.") mit Freundin Juliane die richtige Laune - und endlich auch mal Zeit.