Guter Geist wirkt an der Sprungschanze Nussgrund - Ronald Blümke leitet Ski- und Freizeitverein in Rothenburg an der Saale
(Beitrag vom 18.03.08 / M.Pietsch/ Mitteldeutsche Zeitung)

Eigentlich vergeht kein Tag, an dem Ronald Blümke nicht für den Ski- und Freizeitverein (SFV) Rothenburg tätig ist. Oft ist er an der mit Matten belegten Schanze im Nussgrund zu finden, oder er begleitet die rund jungen 20 Springer des Vereins zu bundesweiten Wettkämpfen. Dann künden etliche Skier auf dem Dach seines Autos davon, wer unterwegs ist, auch im Sommer - auf Matten-Schanzen ist ganzjährig Betrieb.

Seit 2000 lenkt der 47-Jährige die Geschicke des Vereins neben seiner Arbeit als Disponent in den Draht- und Seilwerken Rothenburg. Freilich, manchmal hat er das Gefühl, dass ihm alles über den Kopf wächst; gerade die Sponsorensuche sei bisweilen mühsam.

Allein die neuen Matten, die von den Vereinsmitgliedern auf der Schanze wochenlang selbst verlegt wurden, kosteten 50 000 Euro. Etwas mehr offizielle Hilfe bei der Talentförderung wäre auch nicht schlecht. "Aber dann gibt es wieder Momente, die enorm motivierend wirken", sagt er. Zum Beispiel, als Andreas Wank bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Zakopane gleich zwei Titel holte. Der 20-Jährige hat seine ersten Sprünge auf der Rothenburger Schanze gemacht, noch unter Blümkes Vorgänger Peter Ott. Nun ist Wank Ehrenmitglied des SFV. Außer ihm haben es noch weitere Talente vom Nussgrund ins Trainingszentrum Oberhof geschafft, auch das sagt Blümke nicht ohne Stolz. Er selbst ist, auch im Gegensatz zu zwei seiner eigenen Kinder, kein Skispringer - sein einziger Versuch endete mit einem gebrochenen Knöchel.

Einen Verein am Leben zu erhalten und Erfolge zu erzielen, ist heutzutage gar nicht so einfach. Dazu gehört unermüdliche Arbeit, die Ronald Blümke mit seinen Helfern in bewundernswerter Weise leistet. Mit Hartnäckigkeit und Ehrgeiz gelang es ihm bislang, Sponsoren für das finanziell aufwendige Skispringen zu finden und so Talenten Wege zu eröffnen.